Swiss Steel setzt Erholung nach Corona-Einbruch fort

Der Luzerner Stahlhersteller Swiss Steel hat sich im Sommer weiter vom Corona-Einbruch erholt. Der Umsatz kletterte im dritten Quartal 2021 um 50 Prozent auf 765 Millionen Euro.

Der Swiss-Steel-Produktionsstandort in Emmenbrücke. Der Konzern blickt wieder zuversichtlich in die Zukunft. Foto: KEYSTONE/URS FLUEELER

Mit 410 Kilotonnen hat das Unternehmen 23,5 Prozent mehr Stahl abgesetzt als im Vorjahresquartal. Dies sei auf die Erholung der wichtigsten Absatzmärkte nach der Coronakrise zurückzuführen, teilte Swiss Steel am Mittwoch mit. Sowohl in der Autoindustrie, als auch im Maschinen- und Anlagebau sei es aufwärts gegangen.

Zudem trieb der Anstieg der Rohstoffpreise den Durchschnittserlös pro Tonne auf 1868 Euro nach oben. Vor einem Jahr hatte eine Tonne im Schnitt 1534 Euro gekostet.

Der Umsatzanstieg verteilte sich auf alle Produktgruppen. Das stärkste Wachstum habe es bei Qualitäts- und Edelbaustahl gegeben, teilte Swiss Steel mit.

Rückkehr in die schwarzen Zahlen
Das bereinigte Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) landete mit 41,8 Millionen Euro wieder deutlich in den schwarzen Zahlen. Im Vorjahresquartal hatte Swiss Steel noch einen bereinigten EBITDA-Verlust von 21,1 Millionen Euro hinnehmen müssen. Die entsprechende Marge erreichte 5,5 Prozent.

Unter dem Strich erzielte der Stahlkocher einen kleinen Gewinn von 3,6 Millionen Euro nach einem deutlichen Verlust von 66,3 Millionen Euro vor einem Jahr. Mit den Zahlen hat Swiss Steel auf allen Ebenen auch das Vor-Corona-Jahr 2019 übertroffen.

Allerdings spürt der Spezialstahlproduzent die Produktionsdrosselung der Autohersteller wegen Lieferengpässen bei den Chips. Diese würden die Auftragsvolumina "unserer Kunden in diesem Marktsegment zumindest vorübergehend" beeinträchtigen, teilte er mit. Darüber hinaus habe der steile Anstieg der Strom- und Gaspreise sowie der Rohstoffpreise die Volatilität verschärft und zu deutlich höheren Produktionskosten geführt.

"Auf diese Entwicklungen haben wir reagiert, indem wir die Produktionsmengen im Qualitäts- und Edelbaustahl insbesondere in Deutschland und Frankreich angepasst haben. Gleichzeitig ist es unvermeidlich, dass wir Kostensteigerungen im Energiebereich an unsere Kunden weitergeben", erklärte Konzernchef Frank Koch im Communiqué.

EBITDA von 150 bis 180 Millionen Euro erwartet
Trotz der vorübergehenden Abschwächung der Nachfrage aus der Automobilindustrie, der hohen Rohstoffpreise und der extremen Volatilität der Energiepreise bestätigte Swiss Steel die Finanzziele für das laufende Jahr, die der Konzern erst im August höher gesteckt hatte: Das Unternehmen will einen bereinigten EBITDA zwischen 150 bis 180 Millionen Euro erreichen.

Damit würde Swiss Steel unter dem Strich mindestens die Gewinnschwelle erreichen oder einen leicht positiven Jahresüberschuss, hatte Koch im August erklärt. "Unser Fokus für die nächsten Wochen und Monate ist, schnell und flexibel auf Nachfrageschwankungen und volatile Faktorkosten zu reagieren."

Nach neun Monaten hat Swiss Steel bereits einen bereinigten EBITDA von 151,7 Millionen Euro geschafft, nach einem Verlust von 73 Millionen Euro im Vorjahr. Der Konzerngewinn belief sich auf 38,8 Millionen Euro, nachdem das Unternehmen im Vorjahr noch einen Reinverlust von 267,8 Millionen Euro erlitten hatte. Der Umsatz kletterte derweil um 40 Prozent auf 2,36 Milliarden Euro. sda

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