Gemeinde will Hochdorf-Areal für 60 Millionen Franken kaufen

Die Gemeinde Hochdorf hat die Zusage für die finale Verhandlungsrunde zum Erwerb der Grundstücke des Milchverarbeiters Hochdorf erhalten. Das Kaufangebot der Gemeinde beläuft sich auf 60,18 Millionen Franken. Voraussetzung für den Kauf ist die Zustimmung des Stimmvolks. Die Volksabstimmung sei auf den 12. Dezember angeordnet worden, teilte der Gemeinderat am Montag mit.

Die Gemeinde will das Hochdorf-Areal erwerben. Foto: KEYSTONE/URS FLUEELER

Die Gemeinde Hochdorf will eine aktive Rolle bei der Entwicklung und künftigen Nutzung der Grundstücke der HOCHDORF-Gruppe übernehmen, schreibt sie in einer Mitteilung. Mit der Zentrumsnähe und als Teil des Entwicklungsschwerpunkts (ESP) Hochdorf-Römerswil sei dieses Areal eine einmalige Chance für Hochdorf. In Bahnhofnähe bieten sich Möglichkeiten zur Entwicklung von Hochdorf als attraktives Zentrum. Neben Arbeits- und Produktionsstätten besteht Entwicklungspotenzial für weitere Arbeitsplätze. Auf dem westlichen Areal sind zudem Sportstätten im Baurecht installiert, schreibt die Gemeinde.

Am 12. November habe die Gemeinde nach einem umfangreichen Bewertungsprozess die Zusage erhalten, dass sie als bevorzugte Käuferin in die finale Verhandlungsrunde gebeten wird. Der Kauf der HOCHDORF-Grundstücke durch die Gemeinde Hochdorf setzt die Zustimmung der Stimmberechtigten voraus. Deshalb hat die Gemeinde die entsprechende Volksabstimmung auf den 12. Dezember angeordnet. Ein finaler Zuschlag ist vorbehältlich der Genehmigung durch den Verwaltungsrat der HOCHDORF Holding bzw. den Stiftungsrat der Pensionskasse der HOCHDORF-Gruppe nach erfolgter Abstimmung.

Mehrerträge von 3 Millionen
Das Kaufangebot der Gemeinde basiert auf umfangreichen Prüfungen im Rahmen des zweistufigen Bieterverfahrens, an dem die Gemeinde in Begleitung des Zürcher Beratungsunternehmens Wüest Partner partizipiert hat. In diesem Zusammenhang wurden die zu erwartenden Kosten für den Rückbau einzelner Gebäude sowie geologische, umweltrechtliche und juristische Aspekte umfassend analysiert. Das Kaufangebot der Gemeinde in der Höhe von CHF 60'180'300 berücksichtigt die Ergebnisse dieser Analyse, schreibt die Gemeinde weiter.

Dank eines Rückmietvertrags mit der Verkäuferin könne die Gemeinde Hochdorf bis 2025 jährliche Mehrerträge in der Höhe von CHF 3 Millionen Franken generieren, die sich vorübergehend positiv auf den Finanzhaushalt auswirken werden. Da der Grundstückkauf eine Investition ins Finanzvermögen darstellt, habe dieser keinen Einfluss auf die Nettoschuld der Gemeinde. Die übrige Investitionstätigkeit ins Verwaltungsvermögen (wie z.B. Schulhäuser, Turnhallen) sei somit nicht tangiert.

Sofern die Hochdorfer Stimmberechtigten und im Anschluss der Verwaltungsrat der HOCHDORF Holding sowie der Stiftungsrat der Pensionskasse der HOCHDORF- Gruppe dem Verkauf zustimmen, wird der Gemeinderat im ersten Quartal 2022 die Rahmenbedingungen für das weitere Vorgehen und die Entwicklungen festlegen, so die Mitteilung weiter.

Der kriselnde Milchverarbeiter Hochdorf hatte Anfang September über die geplante Zentralisierung der Produktion in Sulgen TG informiert. Ziel der Gruppe ist es, die firmeneigenen Liegenschaften in Hochdorf bis Ende dieses Jahres zu verkaufen. pd/sda

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